Frauen bauen Brücken des Friedens: Internationale Konferenz zum Weltfrauentag in Bratislava Von Hala El-Maghawry

Bratislava – Slowakei
In einer Zeit wachsender internationaler Spannungen und Konflikte fand im Hauptsitz der Women’s Federation for World Peace (WFWP) in der slowakischen Hauptstadt Bratislava eine internationale Veranstaltung zum Internationalen Frauentag statt. Im Mittelpunkt der Konferenz stand die Initiative „Brücken des Friedens“, die darauf abzielt, den Dialog zwischen Frauen aus verschiedenen Ländern zu fördern und ihre Rolle beim Aufbau von Frieden und gegenseitigem Verständnis hervorzuheben.
An der Veranstaltung nahmen Vertreterinnen und Teilnehmerinnen aus mehreren Ländern teil, darunter aus der Slowakei, der Ukraine, Albanien und Bosnien. Darüber hinaus waren Gäste aus Österreich, Polen und Ägypten anwesend. Die Konferenz unterstrich damit den internationalen Charakter der Initiative, die den Austausch zwischen Kulturen stärken und durch persönliche Begegnungen neue Wege für Verständigung eröffnen will.
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Ljubica Magnus, Vorsitzende des Frauenverbandes für Frieden in der Slowakei. In ihrer Ansprache betonte sie, dass die Idee der „Brücken des Friedens“ auf der Überzeugung beruhe, dass Frauen gerade in Zeiten politischer Spannungen eine wichtige Rolle beim Aufbau von Dialog und Vertrauen zwischen Gesellschaften spielen können.
Zu den Hauptrednerinnen gehörte auch Renate Amesbauer, Präsidentin des Frauenverbandes für Weltfrieden in Österreich. Sie hob hervor, dass grenzüberschreitende Initiativen von Frauen einen bedeutenden Beitrag zur Förderung einer Kultur des Friedens leisten können. Die Zusammenarbeit zwischen Frauen unterschiedlicher Nationen und Kulturen sei ein entscheidender Schritt, um gegenseitiges Verständnis zu stärken und gesellschaftliche Stabilität zu fördern.
Weitere Beiträge kamen von Miriam Alexy, Vizepräsidentin des Verbandes in der Slowakei, sowie von Eva Leshchenko, Botschafterin der Organisation für Österreich und die Slowakei. Beide unterstrichen die Bedeutung des interkulturellen Dialogs und der Rolle von Frauen bei Initiativen, die Versöhnung und Zusammenarbeit zwischen Nationen fördern.
Die Organisation der Veranstaltung lag in den Händen eines engagierten Teams des Frauenverbandes, darunter Victoria Savchenko, Katarina Kacher und Leja Prochazkova, die gemeinsam mit weiteren Mitgliedern zur erfolgreichen Durchführung der Konferenz beitrugen.
Ein Teil des Programms widmete sich der Geschichte der Frauenbewegung in Europa. Dabei wurde an die Entwicklung der Frauenrechte seit dem 19. Jahrhundert erinnert sowie an die internationale Anerkennung des Internationalen Frauentages. Die United Nations erklärten den 8. März im Jahr 1975 offiziell zum Internationalen Frauentag – ein Datum, das heute weltweit als Symbol für Gleichberechtigung und die Leistungen von Frauen begangen wird.
Im Rahmen der Präsentationen wurden auch bedeutende Persönlichkeiten der europäischen Kulturgeschichte vorgestellt. Dazu gehörte die ukrainische Schriftstellerin Lesya Ukrainka, eine der wichtigsten Stimmen der ukrainischen Literatur, ebenso wie bedeutende Vertreterinnen der slowakischen Frauenbewegung wie Elena Maróthy-Šoltésová und Terézia Vansová, die sich für Bildung und gesellschaftliche Teilhabe von Frauen engagierten.
Auch die Geschichte der Frauenpresse in der Slowakei wurde thematisiert. Terézia Vansová gründete 1898 die erste Frauenzeitschrift des Landes mit dem Titel „Dennica“, die sich Fragen der Bildung, der gesellschaftlichen Teilhabe und der wirtschaftlichen Selbstständigkeit von Frauen widmete.
Darüber hinaus wurden bedeutende ukrainische Frauenpersönlichkeiten vorgestellt, darunter die Künstlerin Kateryna Bilokur, deren florale Gemälde internationale Anerkennung fanden, sowie die weltbekannte Opernsängerin Solomiya Krushelnytska, die maßgeblich zum Erfolg der Oper Madama Butterfly beitrug.
Der zentrale Moment der Konferenz war jedoch die symbolische Zeremonie der „Brücke des Friedens“. Dabei begegnen sich zwei Frauen aus unterschiedlichen Ländern, tauschen Worte der Solidarität aus und bekräftigen ihr gemeinsames Engagement für Frieden und Verständigung. In Bratislava fand eine solche Begegnung zwischen Frauen aus der Ukraine und der Slowakei statt, die damit ein Zeichen für Dialog, Empathie und Zusammenarbeit setzten.
Die Initiative „Brücken des Friedens“ wurde bereits in verschiedenen internationalen Kontexten umgesetzt, etwa zwischen Frauen aus Ost- und Westdeutschland oder zwischen Teilnehmerinnen aus Ländern mit historisch belasteten Beziehungen. Ziel ist es, durch persönliche Begegnungen Vorurteile abzubauen, Vertrauen zu stärken und eine Kultur der Versöhnung zu fördern.
Zum Abschluss erinnerten die Teilnehmerinnen an eine zentrale Botschaft der Mitbegründerin der Organisation, Hak Ja Han Moon: Wenn Frauen weltweit einander als Schwestern begegnen und sich die Hände reichen, kann daraus eine Kraft entstehen, die Konflikte überwindet und neue Wege für Frieden eröffnet.
Die Konferenz in Bratislava machte deutlich, dass Initiativen wie „Brücken des Friedens“ weit über symbolische Gesten hinausgehen: Sie schaffen Räume für Begegnung, Verständnis und Zusammenarbeit – und zeigen, dass Frauen eine wichtige Rolle dabei spielen können, Brücken zwischen Kulturen, Nationen und Gesellschaften zu bauen.



